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Korg electribe sampler · Original-Firmware

Electribe

Kicks, Mixen und Mastern auf der Korg electribe sampler. Die Kick baust du am besten in FL Studio, auf dem Gerät formst, mischst und spielst du sie. Hier erfährst du, was wo passiert und wo die Grenzen des Geräts liegen.

01
Was passiert wo?

Signalfluss

Kurz gesagt

Jeder der 16 Parts ist wie ein kleiner Kanal: Sample → Filter → Lautstärke → eigener Effekt. Danach entscheidet die Taste MFX Send, ob der Part durch den einen gemeinsamen Master-Effekt geht. Am Ende landen alle Parts zusammen am Ausgang.

Ein Part, von links nach rechtsTippe auf eine Station
Genauer

Die Reihenfolge folgt den Bereichen auf dem Panel: Oscillator (im Display „Sample“), Filter, Modulation, Amp/EG und Insert Fx. Korg zeichnet im Manual keinen exakten Schaltplan – nimm das Bild als Landkarte, nicht als Schaltplan.

Modulation ist keine eigene Station, durch die der Ton fließt. Sie dreht automatisch an einem anderen Regler, zum Beispiel am Filter oder an der Lautstärke.

Insert FX gibt es pro Part (38 Typen, z. B. Punch, Distortion, Decimator, Limiter, Pumper). Den Master FX gibt es nur einmal (32 Typen, z. B. Hall, Delay, Looper, Compressor, Limiter). Laut Manual entscheidet die Taste MFX Send, ob die Ausgabe eines Parts zum Master-Effekt geschickt wird – Parts ohne MFX Send laufen daran vorbei.

Den Master-Effekt spielst du über das Touchpad, nachdem du die Taste Master Fx gedrückt hast. Mit MFX Hold bleibt er an, wenn du den Finger wegnimmst.

02
Das Herz des Tracks

Kick auf der Electribe

Kurz gesagt

Bau die Kick in FL Studio fertig, mit Lücke und allem. Exportier sie als WAV (48 kHz, mono) und lade sie über die SD-Karte. Auf dem Gerät formst du nur noch: Startpunkt, Tonhöhe, Länge, ein Effekt. Und vor dem Ausschalten immer EXPORT ALL SAMPLE.

In FL exportieren

Nur die Kick, ein Schlag. WAV, 48 kHz, 16 Bit, mono. Die Electribe rechnet intern mit 48 kHz und exportiert selbst 16 Bit – damit liegst du sicher. Mono spart die Hälfte des knappen Speichers.

Auf die SD-Karte

Die WAV-Datei auf die Karte kopieren. Die Karte vorher einmal in der Electribe mit CARD FORMAT formatieren, dann legt sie ihre Ordner selbst an.

Importieren

Menu/Enter, mit < > zu den Daten-Funktionen (DATA UTILITY), dort IMPORT SAMPLE und die Datei mit dem Value-Regler wählen.

Dem Part zuweisen

Kick-Part wählen und mit dem Sample-Regler (Oscillator) das neue User-Sample aussuchen.

Sichern

User-Samples sind nach dem Ausschalten weg, auch wenn du Write gedrückt hast. Erst EXPORT ALL SAMPLE schreibt sie auf die Karte – beim nächsten Start lädt die Electribe sie automatisch.

Genauer: am Gerät formen

Startpunkt: Der Edit-Regler im Oscillator-Bereich verschiebt bei Samples den Startpunkt (und kann die Richtung umdrehen). Genau einstellen kannst du START POINT im Menü SAMPLE EDIT.

Tonhöhe: Pitch-Regler, oder fest im Sample mit SAMPLE TUNE (−63 bis +63). Stimm die Kick auf die Tonart des Tracks.

Länge: Ist die Taste Amp EG aus, bestimmt der Regler Decay/Release bei Samples die Spieldauer. Auf 127 spielt das Sample ganz bis zum Ende – für eine Hardtekk-Kick mit Lücke meist das Richtige. Ist Amp EG an, formen Attack und Decay/Release die Lautstärke-Hüllkurve: Attack ganz runter, sonst verlierst du den Schlag.

Effekt: Ein Insert-Effekt pro Part. Für Kicks passen Punch, Overdrive, Distortion, Decimator oder Limiter. Die Stärke regelst du mit dem Edit-Regler im Insert-Fx-Bereich. Einen Kompressor gibt es als Insert-Effekt nicht.

Filter: Ist der Click zu spitz, nimmt der Tiefpass (LPF) mit dem Filter-Regler etwas Höhen weg.

Resampling brennt Effekte fest, damit du mehr als einen Effekt stapeln kannst (z. B. erst Distortion, resampeln, dann Punch auf das neue Sample):

  1. Shift halten und Rec drücken.
  2. „Sampling mode“: mit dem Value-Regler Mono oder Stereo wählen.
  3. > drücken, als Quelle Resampling wählen. Noch einmal > zeigt die freie Zeit.
  4. Für das ganze Pattern Play/Pause drücken – für einen einzelnen Part einfach dessen Trigger-Pad anschlagen.
  5. Mit Stop beenden. Im Display steht „New Sample“: Write behält es, Exit verwirft es.

Resampelte Samples bekommen automatisch PLAY LEVEL +12 dB, damit sie so laut klingen wie bei der Aufnahme. Verzerrt es, stell PLAY LEVEL im SAMPLE EDIT auf Normal.

Stereo oder mono? Stereo-Samples kosten doppelt so viel Zeit. Und sie spielen nur auf ungeraden Parts (1, 3, 5 …) in Stereo, auf geraden Parts als Mono-Mix. Für Kick und Bass also immer mono.

03
Pegel am Gerät

Mixen

Kurz gesagt

Die Kick ist der lauteste Part, alles andere baust du um sie herum. Die Summe aller Parts darf nicht über die Decke gehen: Am Ausgang der Electribe sitzt kein Limiter, der dich rettet.

Part-Level → Summe
Schalt es aus: Der Bass spielt dann zwischen den Kicks.
Ziel −6 bis −3 dBDecke 0 dB
Genauer

Level und Pan sitzen im Amp/EG-Bereich und gelten für den gewählten Part. PATTERN LEVEL (0–127) im Menü regelt das ganze Pattern – praktisch, um Patterns untereinander anzugleichen. Mit Part Mute und einem Trigger-Pad schaltest du Parts stumm.

Kick und Bass nicht gleichzeitig: Im Hardtekk spielt der Bass zwischen den Kicks. Treffen beide zugleich, addieren sich ihre Spitzen, und die Summe geht viel schneller über die Decke.

Unten freiräumen: Auf Hats, Leads und Flächen den Hochpass (HPF) einschalten und mit dem Filter-Regler so weit hochdrehen, bis der Part dünner wird – dann ein Stück zurück.

Kein MFX Send auf der Kick: Hall und Delay machen die Kick breiig. MFX Send nur auf Parts, die Raum vertragen.

Pumpen ohne Sidechain: Eine Sidechain-Funktion beschreibt Korg nicht. Der Insert-Effekt Pumper auf Bass oder Flächen gibt einen ähnlichen rhythmischen Pump-Effekt – im Takt, nicht von der Kick gesteuert.

Die Demo ist ein vereinfachtes Modell: Sie rechnet mit dem schlimmsten Fall, dass alle Spitzen auf einmal kommen. Am Gerät hörst du es so: Es kratzt und knackt im Drop.

04
Mit Grenzen

Mastern am Gerät

Kurz gesagt

Richtig mastern kann die Electribe nicht. Für ein Release exportierst du das Pattern als WAV und masterst in FL Studio. Live pegelst du sauber, übersteuerst nicht und lässt dem DJ-Pult Platz.

Release

In FL mastern

Mit EXPORT AUDIO (DATA UTILITY) schreibt die Electribe das Pattern als WAV-Dateien auf die Karte, 48 kHz / 16 Bit. In FL dann wie auf der Mastering-Seite: Clipper, Limiter, Messgerät.
Live

Sauber pegeln

Summe mit Platz nach oben, Patterns mit PATTERN LEVEL angleichen, den Volume-Regler nicht bis zum Anschlag. Lauter macht das DJ-Pult.
Pro Part

IFX Limiter

Der Insert-Effekt Limiter (Typ 8) hält einzelne Parts im Zaum, zum Beispiel die Kick. Er wirkt nur auf diesen einen Part.
Genauer

Der Master FX hat einen Compressor (Typ 25) und einen Limiter (Typ 26). Aber es gibt nur eine Master-FX-Einheit: Nutzt du sie als Limiter, fehlen dir Hall, Delay und Looper zum Spielen.

Außerdem bearbeitet der Master FX nur Parts mit eingeschaltetem MFX Send, und er wird über das Touchpad gespielt (dauerhaft mit MFX Hold). Ein Limiter über alles hieße: MFX Send auf jedem Part und MFX Hold an. Das geht, ist aber eher eine Notlösung.

Ein Master-Volume-Parameter oder einen Limiter am Ausgang gibt es in den Einstellungen nicht. Was über die Decke geht, verzerrt.

Neben EXPORT AUDIO gibt es EXPORT CHAIN AUDIO (alle verketteten Patterns, je eine Datei) und EXPORT P.SET AUDIO (Patterns aus Pattern Sets). Als Format wählst du „WAV File Only“ oder „Ableton Live Set“.

05
Hin und zurück

FL ↔ Electribe

Kurz gesagt

FL Studio für die Klänge und das Mastering, die Electribe für Groove und Live. Die SD-Karte ist die Brücke in beide Richtungen.

Klänge in FL bauen

Kick, Bass-Hits, Stabs: jeweils als kurze WAV, 48 kHz, mono.

Kick bauen →

Auf die Electribe

IMPORT SAMPLE, den Parts zuweisen, Pattern bauen, mit Write speichern.

Sichern

EXPORT ALL SAMPLE für die Samples, EXPORT ALL PATTERN für die Patterns. Am besten nach jeder Session.

Zurück nach FL

EXPORT AUDIO, die WAV-Dateien von der Karte in FL ziehen, mixen und mastern.

Zum Mastering →
Genauer

Mit „Ableton Live Set“ legt EXPORT AUDIO zusätzlich ein Ableton-Projekt neben die WAV-Dateien. FL Studio braucht das nicht – „WAV File Only“ reicht.

Die exportierten Dateien liegen auf der Karte unter KORG/electribe sampler/ in einem Ordner mit Nummer und Namen des Patterns.

Das Gerät exportiert 16 Bit. Das ist für das Mastering in FL in Ordnung, solange die Summe auf der Electribe nicht übersteuert war – was dort verzerrt ist, bekommst du in FL nicht mehr heraus.

06
Was passt rein?

Grenzen

Kurz gesagt

Der Speicher ist knapp: rund 270 Sekunden für alle Samples zusammen, egal wie groß die SD-Karte ist. Kurze Mono-Samples sind deshalb Gold wert.

WasGrenzeWas das für dich heißt
Audio48 kHz / 24 BitSamples gleich in 48 kHz anlegen.
WAV-Export48 kHz / 16 BitVorher nicht übersteuern – 16 Bit verzeiht wenig.
Sample-Speicherca. 270 sMono gerechnet, inklusive Presets, unabhängig von der SD-Karte. Stereo kostet doppelt.
User-Samples499Plus 920 Preset-Samples. Gelöschte Presets geben Zeit frei (danach EXPORT ALL SAMPLE).
Stimmen24 / 4 pro PartWie viele wirklich gleichzeitig klingen, hängt laut Korg von Sample, Filter und Insert-Effekt ab.
Parts16Jeder mit eigenem Insert-Effekt.
Patterns250Pattern Sets bis 64.
Insert FX38 TypenEiner pro Part, kein Kompressor.
Master FX32 Typen, 1 EinheitCompressor und Limiter dabei, aber nur einer gleichzeitig.
SD-KarteSD 512 MB–2 GB, SDHC ≤ 32 GBKeine SDXC-Karten. Mit CARD FORMAT am Gerät formatieren.
Genauer

Die Werte stammen aus Korgs Spezifikationen, dem Owner's Manual und dem Parameter Guide der electribe sampler.

Löschst du Samples, wächst die freie Zeit manchmal nicht sofort. Dann EXPORT ALL SAMPLE ausführen: Die Datei wird dabei aufgeräumt (defragmentiert) und beim nächsten Start mit mehr freier Zeit geladen.

Es gibt nur eine Datei mit allen Samples pro Karte. Wechselst du die Karte, lädt die Electribe beim Start die Samples der neuen Karte – oder keine.

07
Lieber vorher wissen

Typische Fehler

Samples weg

Ausgeschaltet ohne Export

Write allein reicht nicht. Ohne EXPORT ALL SAMPLE sind neue Samples nach dem Ausschalten verloren.
Verzerrung

Summe über 0 dB

Kein Limiter am Ausgang. Kick und Bass gleichzeitig plus alles voll aufgedreht – das kratzt.
Matsch

Hall auf der Kick

MFX Send auf der Kick verwischt den Druck. Kick trocken lassen.
Speicher

Stereo-Kick

Kostet doppelt so viel Zeit und spielt auf geraden Parts sowieso nur als Mono-Mix.
Resampling

+12 dB vergessen

Resampelte Samples spielen mit PLAY LEVEL +12 dB. Verzerrt es, auf Normal stellen.
Karte

SDXC gekauft

Die Electribe liest nur SD bis 2 GB und SDHC bis 32 GB.
08
Zum Abhaken

Checkliste